
11.02.26 –
Der Begriff „Bauturbo“ weckt Erwartungen: schneller bauen, weniger Vorschriften, mehr Wohnungen. Diese Zielrichtung ist richtig – sie greift jedoch zu kurz, wenn man die neue Rechtslage differenziert betrachtet.
Das neue Gesetz schafft keinen automatischen Anspruch auf eine schnellere Baugenehmigung. Entscheidend bleibt, ob die jeweilige Gemeinde den Bauturbo überhaupt anwenden will. Ohne diesen politischen Beschluss greifen die Erleichterungen nicht. Für Bauherren bedeutet das: Hoffnung ja, Planungssicherheit nur im Einzelfall.
Auch die Baubehörden werden nicht von Prüfungen entlastet. Brandschutz, Stellplätze, Statik, Umwelt- und Nachbarbelange bleiben unverändert zu prüfen. Die Verfahren werden nicht einfacher, sondern häufig komplexer, weil stärker im Einzelfall abgewogen werden muss.
Hinzu kommt: Der Bauturbo ist befristet bis 2030 und ausdrücklich als Experiment gedacht. Er soll helfen, Erfahrungen zu sammeln – nicht bestehende Planungsregeln dauerhaft zu ersetzen.
Gerade diesen Experimentiercharakter halte ich für eine Chance.
Als Ratsmitglied der Grünen spreche ich mich ausdrücklich dafür aus, die Möglichkeiten des Bauturbos aktiv zu nutzen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Ziel sollte sein, dass Gemeinde, Bauherren und Verwaltung besser und schneller zusammenfinden, ohne Umwelt-, Nachbar- oder Qualitätsstandards aus dem Blick zu verlieren.
Der Bauturbo kann ein sinnvolles Instrument sein, wenn er verantwortungsvoll eingesetzt wird. Als Allheilmittel taugt er jedoch nicht. Eine realistische Erwartungshaltung und der politische Wille zum Ausprobieren helfen am Ende allen Beteiligten: Bauherren, Kommunen – und den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort.
Hans-Jürgen Schnellrieder
Mitglied (B90/DIE GRÜNEN) im Rat der Samtgemeinde und Fintel
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